Kroatien
Fazit Kroatien
Kroatien hat mit seinen vielen Inseln und hübschen Städtchen viel zu bieten. Kein Wunder, erlebt dieses Land seit einiger Zeit geradezu einen riesigen Ferien- und Reise-Boom.
Da in Kroatien ein strenges Camper-Verbot herrscht und das Land bekannterweise zum Teil bitzli «die Schnauze voll» von Campern hat, muss man gut schauen, wo man übernachten kann. Gerade jetzt im Winter, wo praktisch alle Campingplätze geschlossen sind.
Wir stehen daher mehrheitlich auf kostenpflichtigen Parkplätzen, auf denen Camper gestattet sind. Im Winter sind immerhin die Preise viel niedriger als während des restlichen Jahres und so viel wie in Dubrovnik (EUR 20/Nacht) bezahlen wir sonst nirgends mehr.
Einmal übernachten wir sogar auf einer Raststätte, was für uns eine Premiere ist. Auch eine Dusche testen wir einmal auf einer Raststätte. Für 2 Euro gab es eine herrliche, heisse Dusche, fast wie zu Hause.
Ob wir nochmals nach Kroatien gehen würden? Unbedingt! 🤩 Denn es gäbe wirklich noch schöne Ecken und vor allem hübsche Inseln zu entdecken…
Hauptstadt: Zagreb
Einwohner: 3.899 Mio. (Stand 2021)
Fläche: 56.594 km²
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner pro km² (Stand 2021)
Währung: EUR
Durchschnittspreis für 1 Liter Diesel ≈ CHF 1.45 (Stand 12/2023)

Winter in Kroatien
3. – 8. Dezember 2023
Das Wetter ist weiterhin kalt, nass und einfach grusig. Aber an einem einzigen Tag sollte es nächstens etwas freundlicher sein, bevor es mit den Regenschauern weitergeht. Das wollen wir nutzen und planen für diesen Tag einen Besuch im Plitvicer Nationalpark ein, um die Seen zu bestaunen, die jährlich abertausende Touristen anziehen und einst sogar Winnetou in seinen Bann gezogen haben.
Erst gibt es aber noch einen Zwischenhalt gleich nach der Grenze (der Übergang läuft ratzfatz), um einen besonderen Lost Place zu besichtigen: Die Airbase Željava. Der Bau des Luftwaffenstützpunktes wurde zwischen 1948 und 1968 unter strengster Geheimhaltung durchgeführt und wurde bis zum Ausbruch der Jugoslawienkriege intensiv genutzt. Um zu verhindern, dass der Stützpunkt in die Hände des Feindes fällt, zündete die jugoslawische Armee 1992 auf ihrem Rückzug schätzungsweise 56 Tonnen Sprengstoff und legte die einst unbesiegbare Festung in Schutt und Asche. (weitere Details findest Du unten in der Box).
Heute ist die Airbase ein beliebter Lost Place geworden und wir sind nicht die einzigen Besucher hier. Es hat ein paar Gruppen von Offroad-Touren, die mit ihren Jeeps über die Flugbahn und sogar in den Tunnels umherheizen.
Eine Gruppe stoppt uns beim Wegfahren und winkt uns zu sich. «Rakija, Rakija!» rufen Sie uns zu. Als Reto versucht zu erklären, dass er nichts trinken möchte, weil er ja noch fahren muss, erntet er bloss lautes Lachen. Also steigen wir aus, prosten an und plaudern ein bisschen mit der sehr netten kroatischen Reisegruppe.
Seit Georgien ist uns das nicht mehr passiert 😅
Wir fahren weiter Richtung Plitvicer Nationalpark und dürfen auf dem Parkplatz eines Restaurants übernachten, nachdem wir uns dort ein feines Znacht gegönnt haben. Dass es am nächsten Tag tatsächlich schönes Wetter sein soll, können wir beim Zubettgehen noch nicht wirklich glauben. Denn es ist weiterhin trüb, nass und vor allem unglaublich kalt.
Und tatsächlich, am nächsten Morgen erwartet uns blauer Himmel. Es ist zwar weiterhin klirrend kalt – Minus 9°C – aber dafür erwartet uns eine wunderschöne Winterlandschaft bei den Seen. Jetzt im Winter sind nicht alle Bereiche zugänglich und auch beim Laufen auf den Holzstegen muss man stets wegen Rutschgefahr vorsichtig sein. Doch dafür hat es kaum Touristen (auf dem Parkplatz stehen etwa 5 Autos und 1 Reisebus), der Eintrittspreis ist reduziert und der Parkplatz sogar gratis.
Nach einem wunderschönen Tag fallen wir auf einer Raststätte friedlich ins Bett.
Danach schlürfen wir noch ein Glühwein auf einem der vielen Weihnachtsmärkte in Zagreb (logo, die Hauptstadt muss ja sein 😉) und besichtigen die Küstenstädtchen Pula und Rovinj.
Pula ist besonders bekannt für sein Amphitheater der Antike, welches als eines der am besten erhaltenen gilt.
Tja und dann ist unsere Zeit in Kroatien auch schon vorbei….
Camping: Parkplatz Restaurant Gurman / Raststätte Richtung Zagreb / Parkplatz Zagreb / Parkplatz Pula / Parkplatz Rovinj
Flugzeugkaverne Željava
Der Bau der Basis wurde zwischen 1948 und 1968 unter strengster Geheimhaltung durchgeführt.
Die Tunnel hatten eine Gesamtlänge von 3.5 km und der Bunker verfügte über vier Eingänge, die durch 100 Tonnen schwere Drucktüren geschützt waren. Diese sollten sogar einem Atombomben-Angriff von der Grösse einer Hiroshima-Bombe standhalten.
1’400 Soldaten, 80 Kampfflugzeuge und 110 Piloten hatten in der Airbase Platz und der Komplex umfasste eine unterirdische Wasserquelle, Stromgeneratoren, Mannschaftsunterkünfte und andere strategische, militärische Einrichtungen.
Direkt vor dem Bergmassiv wurden insgesamt fünf Startbahnen angelegt, auf denen voll betankte und munitionierte MiG-21 Flieger starten konnten.
Der Luftwaffenstützpunkt wurde bis zum Ausbruch der Jugoslawienkriege intensiv genutzt.
Um zu verhindern, dass der Stützpunkt in die Hände des Feindes fällt, zündete die jugoslawische Armee 1992 auf ihrem Rückzug schätzungsweise 56 Tonnen Sprengstoff und legte die einst unbesiegbare Festung in Schutt und Asche. Grosse Gebiete um den Stützpunkt sind auch heute noch vermint und im Inneren gibt es bis heute Rückstände der damals ausgelaufenen Giftstoffe und PCB (Polychlorierte Biphenyle sind giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen).
(Mehr Details findest Du auf Wikipedia)
💡 Tippe oder klicke auf die Fotos, um sie in voller Grösse betrachten zu können.


Pulska Arena, Pula
Das Amphitheater Pula ist das sechstgrösste Amphitheater der Antike und eines der am besten erhaltenen.
Zwar ging das Innere des Gebäudes im Laufe der Jahrhunderte durch Raubbau verloren, seine Fassade – bestehend seit ihrem Endausbau um 81 n. Chr. – aus weissem Kalkstein hingegen ist noch weitgehend im Originalzustand.
Die im Mittelalter demontierten Sitzreihen konnten bis zu 26’000 Zuschauer fassen, denen Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und wohl auch Seeschlachten geboten wurden.

Zwischenstopp in Dubrovnik
25. – 26. November 2023
Unsere Weiterreise sieht derzeit so aus, dass wir jetzt ziemlich zügig die Balkanküste hochfahren, denn wir möchten gerne an Weihnachten zu Hause sein, um ein paar Tage mit unseren Liebsten zu Verbringen 🎄
Wetter- und Jahreszeitbedingt werden wir nun vor allem Halt in Städten machen. Immerhin liegen noch einige spannende auf dem Weg. Und wir hoffen natürlich, dass sich das Wetter auch wieder etwas freundlicher zeigen wird und es nicht jeden Tag regnet.
Nach Weihnachten geht es dann ziemlich «difig» nach Marokko, wo wir den Winter verbringen möchten.
So viel zu unseren aktuellen Plänen 🚐🌬️
Nun geht es erst einmal weiter in Richtung Bosnien und Herzegowina und da führt uns der Weg noch in Dubrovnik, Kroatien vorbei.
Am letzten Morgen in Montenegro gibt das Wetter noch einmal alles; es regnet in Strömen und «chutet wie verruckt».
Der Grenzübergang verläuft sehr zackig und kaum in Kroatien steuern wir was an? Genau, Lidl und Kaufland 😂 Es gibt Spätzle, feinen Käse und sonst noch ein, zwei fast heimische Leckereien.
Kurz noch Wasser auffüllen (das wird jetzt wohl etwas schwieriger, weil viele Wasserquellen im Winter abgestellt werden) und dann steuern wir schon Dubrovnik an. Quasi das Venedig der Balkanküste.
Wir übernachten auf einem Parkplatz etwas ausserhalb der Altstadt (knapp 10 min mit dem Bus) und bezahlen dank Nebensaison «nur» EUR 20 pro Nacht. Willkommen in Kroatien! Hier herrscht definitiv ein anderes Preisniveau.
Auch in der wunderschönen Altstadt haben die Preise Schweizer-Niveau. Aber eben, es ist halt quasi so bitzli wie Venedig.
Das Ticket für die Stadtmauer-Besichtigung kostet immerhin im Winter nur noch EUR 15 pro Person. Von März bis Oktober berappt man die Eintrittskarte mit stolzen EUR 35. 🤑
Von den Stadtmauern aus hat man auf jeden Fall einen wundervollen Ausblick über die ganze Altstadt und die Umgebung. Es ist zwar eisig kalt (wegen Windchill knapp um den Gefrierpunkt) aber das Wetter meint es bei der Besichtigung so richtig gut mit uns und die Sonne strahlt. Und es hat dank Winterzeit natürlich kaum Leute.
Die Altstadt selbst hat uns aber nicht so überzeugt, weil uns hier etwas der Charme fehlt. Vielleicht sieht das im Sommer anders aus, wenn alles belebter ist. Aber ich kann mir vorstellen, dass es dann auch zu viele Leute hat.
Der Zwischenstopp hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.
Camping: Parkplatz Dubrovnik